Hämorrhoiden

Proktologie

Unter Proktologie versteht man die wissenschaftliche Lehre der Erkrankungen des Enddarms.

Die Proktologie ist nicht die Domäne eines bestimmten Fachbereiches der Medizin, sie ist interdisziplinär, d. h. Innere Medizin, Chirurgie, Dermatologie, Allergologie, Mikrobiologie und Urologie arbeiten zusammen. Wenn ein Patient über längere Zeit Hautveränderungen im Analbereich hat, ist es nicht mit einer kritiklosen, symptomatischen Salbentherapie getan. Hier muss eine prokto-logische Untersuchung und Beratung erfolgen. Denn: Es kann eine eigen-ständige Hauterkrankung sein, z. B. Psoriasis vulgaris, es kann ein Hinweis auf innere Hämorrhoiden sein und es kann auch Symptom einer bösartigen Erkrankung sein.

Krankheitsbilder

In unserer proktologischen Sprechstunde werden folgende Krankheiten behandelt:

  • Hämorrhoiden
  • Marisken (perianale Hautläppchen)
  • Perianale Thrombose
  • Analprolaps
  • Analfistel
  • Analfissur
  • Steißbeinfistel
  • Periproktaler Abszeß
  • Proktitis
  • Perianale Ekzeme und Juckreiz
  • Allgemeine perianale Hautkrankheiten, z.B. Feigwarzen, Psoriasis vulgaris, allergische Kontaktekzeme
  • Infektiöse Krankheitsbilder, z. B. Pilze, Bakterien, Parasiten

Diagnostik

Die proktologische Untersuchung besteht aus:

  • Anamnese: Familiäre Belastung? Nässen? Wundsein? Jucken? Brennen? Schmerzen? Knotenbildung? Vorfall? Blutung?
  • Inspektion
  • Digitaluntersuchung
  • Untersuchung mit dem Spreizspekulum
  • Proktoskopie
  • Rektoskopie

wenn indiziert:

  • Coloskopie
  • Mykologische Untersuchung
  • Bakterologische Untersuchung
  • Allergietestungen (Einzelheiten siehe Allergologie)
  • Epicutan-Test
  • Reibe-Test
  • Prick-Test
  • Scratch-Test
  • Intracutan-Test
  • Testverfahren im Blut (RAST, EIA)
  • Krebsvorsorge z. B. Haemocult-Test, PSA-Test

Therapie

Folgende Therapien werden in unserer Praxis durchgeführt:

  • Kleinere Operationen (nicht Hämorrhoidektomie) z. B. Marisektomie, Polypektomie, Spaltung von Perianalthrombosen u. a.
  • Dermatologische Lokaltherapie z. B. Ekzemtherapie, Mykosetherapie
  • Laserchirurgische Eingriffe z. B. Entfernung von Papillomen, Feigwarzen u. a.
  • Sogenannte Darmsanierung z. B. bei Hefepilzerkrankung nach Antibiotikatherapie

Selbstverständlich erfordert jedes proktologische Krankheitsbild eine auf den jeweiligen Einzelfall ausgerichtete Therapie, d. h. auch Kombinationen der o. g. Therapien mit oral oder anal verabreichten antientzündlichen Medikamenten können notwendig sein.

Die o. g. Hinweise können nur eine allgemein gehaltene Vorabinformation sein.